Mentholzigaretten gehören der Vergangenheit an…

Seit dem 20. Mai 2020 ist der Verkauf von aromatisierten Tabakprodukten EU-weit verboten. Damit gehört auch die Zugabe des am häufigsten in der Tabakindustrie eingesetzten Zusatzstoff Menthol der Vergangenheit an. (Vgl. dkfz – „Menthol“) Warum ist dies aber so wichtig und warum sollten Raucher*innen auch auf Alternativen wie Aromakarten oder Menthol-Blättchen verzichten?

Menthol findet sich in Lebensmitteln und Kosmetika und ist grundsätzlich unbedenklich. Für Zigaretten lässt sich dies aber leider nicht bestätigen. Gleich zwei Hauptfaktoren machen das Menthol für Raucher*innen gefährlich . Zum einen verbrennt beim Rauchen von Mentholzigaretten auch eine kleine Menge Menthol, welche zusätzliche krebserregende Substanzen freisetzt. (Vgl. dkfz – „Menthol“) Diese addieren sich sozusagen zu den ohnehin schon über 90 Inhaltsstoffen in Tabakrauch, die von Experten mit hoher Wahrscheinlichkeit als krebserzeugend eingestuft werden. (Vgl. dkfz – Giftgemisch Tabakrauch)

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor ist aber vor allem die Geschmacksveränderung selbst – weshalb Raucher*innen auch auf die mit dem Verbot attraktiver erscheinenden Aromakarten oder Menthol-Blättchen verzichten sollten. Durch die Zugabe von Menthol oder anderen Zusatzstoffen wird der eigentliche Geschmack des Tabakrauchs überdeckt. Die kühlende, schmerzlindernde und leicht betäubende Wirkung des Menthols lassen die Zigarette tiefer inhalieren und den Tabakrauch länger in der Lunge verweilen. (Vgl. DHS – Tabakabhängigkeit) Diese Tatsache ist es auch, die Mentholzigaretten neben dem Geschmack so attraktiv für Neukonsumenten haben wirken lassen. Je schneller Niktotin aufgenommen wird, desto größer ist das ausgelöste Wohlempfinden. Dieses führt aber gleichwohl zu einer schnelleren Substanzabhängigkeit. (Vgl. dkfz – Gesundheitsrisiko Nikotin)

Der Marktanteil von Menthol-Zigaretten lag in Deutschland bei zirka. 3 Prozent (Vgl. Deutscher Zigarettenverband). In anderen Ländern der EU waren Mentholzigaretten deutlich etablierter. Das Verbot der Mentholzigaretten könnte in Deutschland wohl also vor allem im Bereich der Probierkonsumenten positive Auswirkungen haben. Vielleicht stellt der Wegfall der Lieblingsmentholzigarette ja aber auch für einige der zirka 12 Millionen rauchenden Menschen in Deutschland einen Impuls zum Rauchstopp dar.(Vgl. BZgA Suchtsurvey 2018)

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