Stress lass nach...

Stress bedeutet für jeden von uns etwas ganz anderes.

Für den einen ist es vielleicht die Angst selbst zu erkranken, für den anderen die Sorge um den Arbeitsplatz. Auch das Gefühl der Hilflosigkeit aufgrund von Isolation oder mangelnde Sozialkontakte und der hohe Anspruch zur Selbstorganisation durch Schulschließung können Stress verursachen.

Für den einen mag das Herunterfahren der Alltagsaufgaben ein Segen sein, aus dem gleichen Anlass fühlt sich eine andere Person gestresst, da Gewohntes wegfällt und sich vielleicht eine Leere bemerkbar macht.

Stress zu erfahren ist auch Teil unseres alltäglichen Lebens, auch außerhalb dieser besonders fordernden Situation.

Ein wichtiges Ziel für einen gesundheitsfördernden Lebensstil ist es darum nicht jeglichen Stress aus unserem Leben zu streichen, sondern vielmehr ihn wahrzunehmen und sich einen guten Umgang damit anzueignen (Byrne, 2005).

Doch wie erkennt man Stress eigentlich? So unterschiedlich, wie die Bewertung einer psychischen Belastung als Stressor ist, so sehr unterscheiden sich auch die Anzeichen für Stress. Allgemein kann man zwischen vier Ebenen unterscheiden, in denen sich Stresssymptome zeigen.

Hinweis: Die im Folgenden aufgeführten Beispiele sind nicht vollzählig und treten nicht zwingend bei jeder Person auf und können selbstverständlich auch andere Ursachen haben.

Auf körperlicher Ebene kann sich Stress beispielsweise durch Herz-Kreislaufbeschwerden, Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen oder Verdauungsproblemen äußern. Anzeichen auf geistiger Ebene können Vergesslichkeit, Denkblockaden oder Konzentrationsschwierigkeiten sein. Auch auf unsere Gefühlswelt wirkt sich Stress aus. Hier treten oft Unzufriedenheit, Lustlosigkeit, Reizbarkeit und das Gefühl der Hilflosigkeit und Überforderung auf. Auch im Verhalten können Warnsignale aufgezeigt werden, wie zum Beispiel Schlafstörungen, sexuelle Probleme, Frustessen, erhöhter Alkoholkonsum oder sozialer Rückzug (Bryne, 2005; Frobeen, 2018).

Warum ist Stress so schädlich für unser Wohlbefinden? Steht der Organismus dauerhaft unter Stress belastet dies das Hormongleichgewicht und schadet so unserer körperlichen und psychischen Gesundheit (Kaluza, 2015; Frobeen, 2018). In Kombination mit Bewegungsmangel kann es zu einem dauerhaft erhöhten Adrenalin- und Cortisolspiegel kommen. So werden bspw. Schlafstörungen und Depressionen begünstigt und Herzerkrankungen oder eine Fehlfunktion des Immunsystems sowie Leberverfettung häufig damit in Verbindung gebracht.

Was kann ich dagegen tun? Ein gutes Mittel dagegen ist Bewegung. Es muss nicht immer das ausgiebige Sportprogramm sein. Auch eine Runde auf dem Fahrrad oder ein ausgiebiger Spaziergang können bereits zu einem Abbau der Stresshormone beitragen. Zudem beginnt der Abbau von Stress dann, wenn wir unsere Stressoren hinterfragen und die stressauslösenden Gedanken korrigieren.

*TIPP* Dr. Seaward, Experte auf dem Gebiet des Stressmanagements, hat bereits 1999 seinen College-Studierenden empfohlen sich eine Liste mit einfachen Dingen, die einem an einem stressigen Tag Freude bereiten, zu erstellen. Antworten der Studierenden waren beispielsweise an einer Blume riechen, im Supermarkt die Postkarten/Geschenkkarten lesen, ein heißes Bad nehmen, Musik hören, das Auto waschen. Was würde auf Ihrer Liste stehen?

Ein Anti-Stressball kann privat oder beruflich ein idealer Alltagsbegleiter sein, besonders wenn man ihn selbst anfertigt und sich damit einen Augenblick der produktiven Ablenkung verschafft.

Das Team der Fachstelle Prävention wünscht Ihnen viel Freude. Bleiben Sie entspannt.

Mehr Informationen zu dem Thema (inklusiver hilfreicher Tipps) finden Sie im Artikel „COVID-19-Pandemie. Psychische Belastungen können reduziert werden“ des Deutschen Ärzteblatts.

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